Press

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Drumfree
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Endersroom
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Wolfgang Muthspiel
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Wolfgang Muthspiel Trio
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LOGOS
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MGT - Wolfgang Muthspiel, Slava Grigoryan & Ralph Towner
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Lisette Spinnler
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Triology & Muthspiel
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material records
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Esen Aydin
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Max Frankl
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Paolo Thorsen-Nagel
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drumfree

Kulturspiegel, 30.03.2011, Hans Hielscher

Dem Meistergitarristen aus Österreich (mit dem Tenorsaxofonisten Andy Scherrer und Larry Grenadier am Bass) gelingt ein wunderschönes Kammer-Jazz-Album. Muthspiel hat alle Stücke komponiert und spielt vorwiegend akustische Gitarre. Grenadier greift bei mehreren Titeln zum Bogen und lässt seinen Bass wie ein Cello klingen.

Kultur3, 04/2011

Wolfgang Muthspiel ist längst in der obersten Liga der internationalen Topgitarristen anzusiedeln und sticht auch dort noch als unglaublicher Ästhet und musikalischer Feinspitz aus der Masse der grandiosen Saitenkünstler heraus. Seinem großen Stil- und Formbewusstsein steht aber auch die permanente Suche na neuen musikalischen Herausforderungen zur Seite. Sein schlagzeugloses Trio mit dem Schweizer Altmeister Andy Scherrer und dem von Brad Mehldau und Pat Metheny her bekannten Bassisten Larry Grenadier ist solches musikalisches Neuland, das er mit neun hervorragenden Eigenkompositionen in alle Richtungen hin erforscht - ohne große Experimente, aber absolut auf der Höhe der Zeit. Ihre atemberaubende Virtuosität brauchen diese drei Könner gar nicht erst groß in den Vordergrund zu spielen, was auf "Drumfree" besonders beeindruckt, sind das Einfühlungsvermögen und diese unglaubliche Stimmigkeit in der musikalischen Interaktion, die diese melodienbetonten Stücke zu kammermusikalisch angehauchten Jazzperlen werden lässt. Wolfgang Muthspiel entfaltet seinen Saitenzauber überwiegend auf der akustischen Gitarre, was dann den Griff zur E-Gitarre, etwa im "Double-Blues", besonders reizvoll erscheinen lässt. Wunderschöne Balladen wechseln mit reizvollem Midtempo-Stücken, und die improvisierten Dialoge und Triologe und diesem großen Meistern garantieren 54 Minuten und 46 Sekunden lang ein außerordentliches Hörvergnügen - man möchte keine Sekunde davon vermissen.

Jazzpodium, 04/2011, Alexander Schmitz

Er ist so gut, dass man mit Worten am liebsten nicht dran rühren möchte. "Jede Note zählt, und jede Pause hat Bedeutung", schreibt Wolfgang Muthspiel, und bei ihm stimmt das. Der CD-Titel heischt Aufmerksamkeit. Der Schweizer Andy Scherrer spielt Saxophone, Larry Grenadier steht am Bass, und Wolfgang schrieb alle Stücke und spielt in sechsen von neun Stücken himmlische Nylonstringgitarre, die wir hier nach guter, alter Sitte füglich Konzertgitarre nennen dürfen, lauter akustische Meisterwerke für ihn als Gitarristen wie auch für Scherrer und Grenadier, der im letzten Stück "Raumzeit" den Bass sauber wie ein Klassiker streicht, als hätte er nie was anderes gemacht. "Drumfree" ist hoffentlich ein langlebiges Programm und der Name eines hoffentlich langlebigen Trios. Wie Scherrer in "Ibrahim" zur Naturgitarre in sein Sax haucht, sagt alles über die Chemie; und die Kraft des Themas verblüfft in diesem Setting. Es funktioniert; der Rapport lässt keine Wünsche offen. Der elektrische "Double Blues" bietet im Duo-Teil mit Bass und Gitarre dichten Swing und ein Kardinalbeispiel für Muthspielsche elegante anspruchsvolle improvisations Kreativität. "This over that" - nicht zu verwechseln mit dem Stück gleichen Namens, das 1998 Mitch Seidman im Jardis-Duo mit dem Siebensaiter Fred Fried brachte - ist ein weiterer Glückswurf im Zusammenwirken von Nylonstring und Sax. "Ralphone" ist das Nonplusultra unter den vielen Glanzstücken des Trios und siedelt Wolfgang ganz weit oben im Olymp der Nylonstring-Jazzer an - Kammerjazz edelster Güte. "The palace (toWena)" kommt als hauchzartes Kunststück und "Looking for Elba" als Kandidat für den zeitgenössischen klassischen Gitarre-Kanon. Und dann kommt Grenadiers Streichbass in "Raumzeit", und zu Ende geht ein Muthspiel-Album, für das die Superlative erst noch sprachlich erfunden werden müssen. Dies ist moderner Jazz, der nicht nur schlagzeuglos, sondern zeitlos ist, eindeutig von heute und doch für immer gültig. Ein Lieferant neuer Maßstäbe, wie nur Wolfgang Muthspiel sie setzen kann.

 

 

BR-Online, 23.03.2011, Roland Spiegel

"Drumfree": ein Name mit Programm. Dieses Jazztrio verzichtet auf ein Schlagzeug. Nicht nur leiser wird die Musik dabei, sondern völlig anders. Kein Beat nirgends. Und doch sehr viel Puls.

Es geht um den Puls, den man nicht hört und doch ständig fühlt. Um das Swingen, das in der Luft zwischen den Tönen stattfindet. Und es geht um etwas, das im Jazz nicht selbstverständlich ist: um kammermusikalische Feinheit. Die beherrscht dieses österreichisch-schweizerisch-amerikanische Trio meisterhaft. Lyrische Stücke voller Klangschönheit und nuancenreicher Kommunikation enthält diese CD mit dem Gitarristen Wolfgang Muthspiel, dem Saxophonisten Andy Scherrer und dem Bassisten Larry Grenadier. Neun Eigenkompositionen Muthspiels, die durchweg starke Lausch-Erlebnisse bereiten.

Ausgesprochen sensible Musiker

Dies ist das neue Trio des österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel (geboren 1965). Man spürt schnell: Der Schweizer Tenor- und Sopransaxophonist Andy Scherrer (Jahrgang 1946) und der US-amerikanische Bassist Larry Grenadier (1966) harmonieren großartig mit dem Bandleader. Grenadier war unter anderem bisher Trio-Partner von Pianist Brad Mehldau und Gitarrist Pat Metheny, also bei zwei internationalen Superstars des Jazz. Und Scherrer ist seit den siebziger Jahren eine nicht nur europäische Größe. Alle drei – Scherrer, Grenadier und Muthspiel – sind ausgesprochen sensible Musiker. Muthspiel ist ein Gitarrist, der die ganz klaren und schlanken Töne liebt und eine exzellente Spieltechnik immer musikalisch und nie kraftprotzend-artistisch einsetzt. Der besonders warme und facettenreiche Saxophonklang Andy Scherrers und das punktgenaue, höchst bewegliche Spiel Larry Grenadiers könnten dazu gar nicht besser passen.

Höchstmaß an Einander-Zuhören

Jazz ohne Schlagzeug gab es schon in den 1930er Jahren beim Quintett des Gitarristen Django Reinhardt und später unter anderem bei den epochemachenden Trios des Saxophonisten und Klarinettisten Jimmy Giuffre. Der setzte Standards mit Tönen, die man am ehesten als Jazz-Kammermusik bezeichnen kann. Genau dieser Begriff trifft auch auf die Musik dieses Trios um Wolfgang Muthspiel zu. Es ist Musik, die von einem Höchstmaß an Einander-Zuhören geprägt ist. Auf leise und langsame Art atemberaubend nehmen die Musiker etwa in einem Stück wie "The palace" die Stimmen der jeweils anderen auf, geben ihnen neue Farben und Charaktere und reichen sie dann weiter. Ständig führen sie ihr musikalisches Material gemeinsam neuen spannenden Kommunikations- und Wandlungsprozessen zu. Diese Musiker haben enorm feine Ohren und außergewöhnliches Fingerspitzengefühl. Und man merkt auch, dass alle Drei Meister der Stimmführung sind.

Sehr edler Sound

Für Gitarrenfans ist spannend, dass Wolfgang Muthspiel hier besonders viel auf einer Konzertgitarre spielt – also der klassischen Variante der Gitarre. Er kaufte sich unlängst ein neues Instrument bei einem Gitarrenbauer in Australien: Nach den Klang-Eindrücken dieser CD zu schließen, hat sich der lange Weg unbedingt gelohnt. Sehr edler Sound – mit einem Musiker, der die klassische Gitarrentechnik so gut draufhat wie derzeit kaum ein anderer Jazzgitarrist der Welt.