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Benedikt Jahnel Trio, "modular concepts" (MRE022-2)

Auf dieser CD hört man eine Musik von unalltäglicher Eleganz, die das Kunststück schafft, besonders eingängig und zugleich intellektuell besonders reizvoll zu sein. Der junge deutsche Pianist und Mathematikstudent Benedikt Jahnel präsentiert hier einen Klaviertrio-Jazz, an dem drei Eigenschaften sehr schnell fesseln: Klarheit, Konturenschärfe und unsentimentale Schönheit. Seine beiden musikalischen Partner – mit denen er traumhaft sicher zusammenspielt ¬fand der aus Bayern stammende Pianist in New York und Berlin. "Modular concepts" heißt die CD. Das verweist auf das Bauprinzip der Musik. Denn nicht eigentlich einzelne "Stücke" sind darauf zu hören, sondern Teilstücke eines durchstrukturierten Ganzen. Bestimmte "Module", also Bausteine, kehren auf der CD immer wieder und schaffen Wiedererkennungs-Effekte mit Motiven und Stimmungen in jeweils neuem Gewand. Nichts aber klingt hier konstruiert oder gar bemüht. Ganz im Gegenteil: Als Hörer kann man ein organisches Auseinander-Hervor-Wachsen der Musik verfolgen – und sich dem Schönen und Logischen mit soviel Gewinn wie Genuss überlassen.
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Einen großen kompositorischen Bogen hatte der Pianist und Komponist hier im Sinn. Und das Trio realisiert ihn in bewundernswerter Hochklassigkeit. Mit dem kraftvollen Feinarbeiter Owen Howard am Schlagzeug und dem Bassisten Antonio Miguel, einem Meister der Elastizität an dem Elefanten-Instrument, schafft Jahnel eine in jedem Moment packende Dichte und Selbstverständlichkeit der Kommunikation. In zwei Stücken ist der Kopf des Trios auch als Solo-Pianist zu hören – nicht nur spannende Abwechslung, sondern eine reizvolle zusätzliche Klang-Facette. Beobachter der jungen Jazz-Szene kennen Benedikt Jahnel seit einigen Jahren unter anderem aus der Band Max.bab und aus der Gruppe der deutsch-iranischen Sängerin Cymin Samawathie, zwei in der deutschen Szene herausragenden Ensembles. In diesem Trio klingt womöglich eine noch stärkere Saite dieses Pianisten.

Bayern 4 Online - Klassik CD-Tipps (Roland Spiegel) , 10/2008
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Benedikt Jahnel ist ein Hoffnungsträger des Modern-Jazz. Zusammen mit Owen Howard (Schlagzeug) sowie Antonio Miguel (Bass) setzte er jetzt auf „Modular Concepts“ Eindrücke eines zweijährigen Aufenthalt in New York um. Die CD, wo spannungsbeladene Kreativität  auf selbst für dieses Genre ungewöhnliche  Improvisationsfreude trifft, kann man als das verwertbare Ergebnis des Ausfluges bezeichnen. „Old News“ nennt sich eine Freiräume öffnende Ouvertüre. Und spätestens beim danach folgenden „Recent News“ wird die gesamt, äußerst komplexe Konzeption erkennbar. Weitere integrierte Bausteine ergeben insgesamt ein raffiniertes, durchdachtes Gesamtwerk. Flüssige Harmonien dominieren. Und wer mit dem Begriff Jazz so etwas wie grenzenlose Wahlfreiheit beim Vortrag assoziiert, der dürfte mit dieser Scheibe bestens bedient werden.

Fazit: Auslese-Kunst rund ums Piano

melodie & rhythmus, Okober 2008


 




Fein
Benedikt Jahnel Trio: Modular Concepts

Ideen haben die Leute. Von Benedikt Jahnel kommen gute. Auf seiner ersten Trio-CD erweist sich der Pianist als akustischer Fliesenleger: komponierte diverse Klangflächen, montierte manche in mehrfacher Ausfertigung, verfugte das Ganze mit Übergängen und pointierten Teilschlüssen. Resultat: eine Art Klang-Fliesenlandschaft. Und: eine brillante. Weil ein Rankwerk von feinen, komplexen Klavierlinien die Einzelstücke ziert, oftmals zu rasenden Strukturen beschleunigt wird. Und wenn sich dann und wann eine eingängige Melodie hinzugesellt, mag man an eine filigrane Variante des treibenden Esbjörn-Svensson-Stils denken. Selbst wenn hier nicht alles gleichermaßen strahlt: ein feines Debüt.

Wiener Zeitung (Christoph Irrgeher), 11/2008
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Modular Concepts
Benedikt Jahnel Trio

Wer eine Geschichte des Jazz ab 2000 schreiben will, könnte ein Kapitel "Jahrzehnt der europäischen Pianotrios" nennen, denn so populär wie gegenwärtig war dieses bläserfreie Format noch nie. Benedikt Jahnel hat für diese Besetzung sehr harmonische, von modischen Gepflogenheiten wie der Integration popüblicher Rhythmen weit entfernte Themen geschrieben, die er zudem mit dem Bassisten Antonio Miguel und dem Schlagzeuger Owen Howard feinsinnig ausgestaltet. Die neun Titel auf der Platte "Modular Concepts" sind durch rote Fäden miteinander verbunden; teilweise gehen sie sogar nahtlos ineinander über. Einige zuvor schon verwendete Motive kehren in den späteren Titeln in neuer Form oder auf einem anderen Instrument wieder.
In diesem kontinuierlichen musikalischen Fluss schwelgt Jahnel oft mit wohlgerundeten Bögen; er kann aber auch hart wirken oder an die nüchternen, reduzierten und stark rhythmisch geprägten Figuren der Minimalisten erinnern. Dabei prägt der Flügel weitgehend das Geschehen; Jahnels Partner unterstützen eher, als dass sie initiativreich die Fließrichtung umkehren würden. In einem angenehmen Reigen wechseln sich Momente voll Innigkeit und extrovertierte Passagen ab. Jahnels Trio spielt erfrischend individuelle Musik zum Wohlfühlen.

Rondomagazin (Werner Stiefele), 09/2008

http://www.rondomagazin.de/kritiken.php?kritiken_id=6037
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