Presse

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material records
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Esen Aydin
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wolfgang muthspiel trio

Spätestens seit der Veröffentlichung...

... der Wolfgang Muthspiel Trio Cd „Bright Side“ (material records, 2006) und unzähligen Auftritten bei Festivals, in Konzertsälen sowie Clubs in Europa mit fester Besetzung (Andreas Pichler am Schlagzeug und Matthias Pichler am Bass) besteht kaum noch ein Zweifel: diese working band ist genial. Mit der ausbalancierten, rein österreichischen Formation gelingt dem technisch brillanten Wolfgang Muthspiel eine beeindruckende Synthese unterschiedlichster Stilistiken innerhalb eines zeitgemäßen und interaktiven Jazzkontexts. Die beinahe zur Gänze aus Eigenkompositionen des Bandleaders Muthspiel bestehenden Kompositionen sind der Band auf den Leib geschnitten, so dass ein vielschichtiger, harmonischer und melodiöser Sound entsteht. Die songorientierte Musik des Trios ist geprägt von grosser Spielfreude und musikalischer Raffinesse, sowie einem entspannten aber intensiven Fokus auf die Dramaturgie.

Besetzung:
 Wolfgang Muthspiel – Gitarren
 Andreas Pichler – Schlagzeug
 Matthias Pichler - Kontrabass

Modern-Jazz mit Wolfgang Muthspiel

Der österreichische Gitarrist gastiert mit seinem Trio am 24. Oktober bei Jazz-First in Fürstenfeld

Fürstenfeldbruck „Das Wichtigste beim Musikmachen, gerade auch beim Improvisieren, ist ja nicht das Spielen, sondern das Hören.“ Was Wolfgang Muthspiel in einem Interview der Schweizer Zeitschrift Jazz ‚n‘ More ausdrückt, entspringt allein seiner Erfahrung.
Der österreichische Gitarrist hat in den vergangenen Jahren nicht nur eine stattliche Anzahl unterschiedlichster Projekte unter diesem Credo geleitet. Seine äußerst sensible Herangehensweise wurde sowohl vom Publikum als auch von der Kritik mit Begeisterung aufgenommen.
So wurden ihm aufgrund seiner bemerkenswerten musikalischen Leistungen unter anderem 1997 der Hans Koller Preis, 2003 der European Jazz Prize und 2006 der Jazzpott Essen zuerkannt.

Wolfgang Muthspiel wird mit seinem Trio am Mittwoch, 24. Oktober, im Rahmen der Reihe Jazz First in Fürstenfeld auftreten. Erst vor ein paar Tagen hat der Österreicher auf seinem eigenen Label Material Records eine neue CD veröffentlicht. „Glow“ ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Gitarristen mit dem tunesischen Oud-Spieler und Sänger Dhafer Youssef.

Ein faszinierendes Album, das die Welt des zeitgenössischen Jazz mit den Musiktraditionen Nordafrikas verknüpft, ohne dabei in den viel bemühten Fußnoten der Weltmusik zu versinken. Muthspiel sucht hier, wie in seinem gesamten musikalischen Werk, auf der Basis individueller Kommunikation, eine gemeinsame Tonsprache, die über Landes- und Kulturgrenzen hinweg Gültigkeit erlangt.
Aber nicht allein diese Gemeinsamkeiten werden sensibel erforscht. Der Respekt voreinander erlaubt es auch, musikalisch unterschiedliche Auffassungen selbstbewusst zu akzeptieren und gegenseitig anzunehmen.
Muthspiels Trio, mit den Zwillingen Matthias Pichler am Bass und Andreas Pichler am Schlagzeug, scheint im ersten Moment von einer einfacheren Herangehensweise gekennzeichnet. Schließlich haben die drei einen sehr ähnlichen kulturellen Background.

Doch ihre CD „Bright Side“ aus dem Jahr 2005 macht deutlich, wie abenteuerlich auch eine Reise von „Gleichgesinnten“ sein kann. Angelegt zwischen Rock und Ambient, zwischen einem grobschlächtigen Charles Mingus und einem feinnervigen Pat Metheny, zwischen experimenteller Improvisation und liedhafter Ballade pendelt und verlustiert sich das Trio in den erfrischenden Gewässern des zeitlosen Modern-Jazz.

„Süddeutsche Zeitung“ am 19. Oktober 2007


Die Energie der Intuition
Wolfgang Muthspiel gastiert mit seinem neuen Trio mit Matthias und Andreas Pichler am Montag im Wiener Konzerthaus - Der Musiker im STANDARD-Gespräch (24.03.2006)

Muthspiel über das Band-Debüt "Bright Side" und Spontaneität.

Wien - "Wien ist eine Stadt, die einen in Ruhe lässt. Wenn man nicht auf Einflüsse von außen angewiesen ist, dann ist Wien ein schöner Ort zum Arbeiten. Diese Einflüsse habe ich 15 Jahre lang sehr bewusst aufgesogen. Jetzt ist es ein anderes Arbeiten, wesentlich mehr von mir selbst ausgehend." Wolfgang Muthspiel musste diese Frage in den letzten fünf Jahren wohl häufig beantworten: Wie es denn um einen stehe, der sich in New York einen Namen gemacht hat und der anno 2001 seinen Wohnsitz zurück in die Alte Welt, konkret nach Wien-Wieden verlegt habe.

Mit dem gesetzteren Ambiente an der Donau scheint indessen auch in Gitarrist Muthspiel selbst Ruhe eingekehrt zu sein. Bright Side, das neue CD-Werk, setzt den Kurs der 2004 veröffentlichen Solo-CD fort und steht im Zeichen luftig heller Stimmungen und introspektiver Meditationen, in denen Assoziationen an die klassische Gitarren-Vergangenheit ebenso auftauchen wie an ambient- und postrockinspirierte Entschleunigung, wiewohl Muthspiel in Stücken wie Charles Mingus' East Coasting auch an seine Pat-Metheny-Roots erinnert.

Dies alles findet sich in kurze, kompakte Einheiten verpackt. Eine Nachwirkung der Zusammenarbeit mit der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken, die in Muthspiel - nunmehr ebenfalls in Wien wohnhaft - eine erfolgreiche Karrierestartrampe fand? "Absolut. Meine Grundliebe zur Songform ist durch Rebekka wieder belebt worden. Es ist ein Anschluss an Musiken, die ich früher geliebt und die mich extrem direkt betroffen haben. Beatles, Joni Mitchell. Lange lag der Hauptfokus darauf, möglichst elegant und frei durch den Parcours der Akkorde zu schwingen wie beim Skifahren. Das ist mir mittlerweile zur zweiten Natur geworden - und der Fokus geht zurück zum Song."

Warum diese Songs - auf Bright Side - tendenziell derart introvertiert klängen? Muthspiel kann und will es nicht begründen. Denn ein weiteres Anliegen ist es, "nur das zu spielen oder zu schreiben, was ich in mir wirklich höre - kein Konzept und keine ehrgeizigen Ambitionen sollen dieser Stimme in die Quere kommen", wie er im Inlet zu Bright Side vermerkt. "Ich bin auf der Suche nach wirklichem Improvisieren im Moment. Das macht die Arbeit besser und leichter, du hörst in dich selbst hinein, spielst das, was daherkommt - und das war's. Es gibt keine großen Ziele - außer in diesen Prozess einzutauchen."

Ob derlei rational unbeschwerte, ungefilterte Musikproduktion nicht auch mitunter leichtgewichtige musikalischen Gedanken zeitigen könne, wie man angesichts einiger Stücke auf Bright Side argwöhnen könnte? "Alles, was man im Moment hört, hat meistens schon von sich aus eine gewisse Energie oder Relevanz - auch wenn die Phrase einfach ist", hält Muthspiel dem entgegen.

Auch andere Dinge kehren im gebürtigen Judenburger, der kürzlich im Rahmen eines Filmprojekts des Schweizer Regisseurs Pierre-Yves Borgeaud in Senegal weilte und dort Teil einer Jazzformation um Youssou N'Dour war, wieder: Vor zwei Jahren hat er nach Jahren in oft prominenten, aber kurzlebigen Bandkontexten eine neue Working Group ins Leben gerufen - mit dem hochtalentierten Tiroler Zwillingsbrüderpaar Matthias (Bass) und Andreas Pichler (Drums). Ein Anknüpfen an den berühmten Dreier mit Peter Herbert und Alex Deutsch, mit dem Muthspiel Ende der 80er-Jahre bekannt wurde?
  "Dieses Trio bedeutete damals für mich den Aufbruch, wie haben extrem viel geprobt, das war ein ganz intensives Band-Gefühl. Das wollte ich wieder haben - und mit Andreas und Matthias Pichler hat es sich bisher gut entwickelt. Keiner von uns ist ersetzbar - sonst wäre es eine andere Band." (DER STANDARD, Printausgabe, 24.03.2006)

Heimspiel
Jazzthing (Feb. / März 2006)
von Ralf Dombrowski



Auf Einladung des schweizerischen Regisseurs Pierre-Yves Borgeaud ist Wolfgang Muthspiel im März in Dakar. Der Dokumentarfilm-Spezialist hatte sich nach dem Feature "Family Music" über die Muthspiel-Brüder in den Senegal begeben, um gemeinsam mit Youssou'N Dour dem Jazz und dessen Verknüpfung mit der Geschichte der Sklaverei auf die Spur zu kommen. "Return to Gorée" heißt das Resultat, und Wolfgang Muthspiel ist einer der Gäste, mit denen die Filmmusik in Dakar und Luxemburg live auf die Bühne gebracht werden soll: "Ich freu' mich wahnsinnig darauf. Ich habe Youssou vor Jahren einmal in seinem Club gehört. Es war eines der beste Popkonzerte, die ich jemals erlebt habe." Jetzt ist er selbst ein Teil der Show, und wieder fügt sich seinem Künstlermosaik ein exotisch schillerndes Steinchen hinzu. Dabei hatte er eigentlich beschlossen, sich mehr auf seine Wurzeln zu besinnen.

"Der Stress mit der Musik hat sich für mich aufgehört. Ich mach' nur noch das, was mir gefällt, und damit fertig. " Im vergangenen Jahr ist Wolfgang Muthspiel 40 geworden, sein Label Material Records ist inzwischen ordentlich in die Puschen gekommen, und auch als Produzent von Bands wie Beefolk oder demnächst seines Weilheimer Schülers Max Frankl macht er eine gute Figur. Er kann sich zurücklehnen, ein bißchen wenigstens, und einmal durchschnaufen, nach Jahren des Werkelns und Agierens, in denen er es geschafft hat, sich aus der österreichischen Provinz über die Stationen Graz und Wien bis nach Berklee und New York voranzuarbeiten. Inzwischen zweifelt kaum noch einer daran, dass Muthspiel einer der souveränsten Gitarristen der zeitgenössischen Jazzmoderne ist. Spätestens durch die Konzerte und Aufnahmen mit Brian Blade und Marc Johnson in den späteren Neunzigern wurde er in die hehren Hallen der internationalen Wertschätzung aufgenommen, wenn das nicht bereits durch die geistreiche Zusammenarbeit mit Gary Peacock, Paul Motion und seinem Bruder, dem Posaunisten Christian Muthspiel, zu Beginn des Jahrzehnts passiert war. Jedenfalls gab es seitdem genügend Gelegenheiten, sich über seine Fähigkeit zur ständigen stilistischen Veränderung und Weiterentwicklung zu wundern, seinen stellenweise schrägen musikalischen Humor zu goutieren oder ihm schlicht zuzuhören, wenn er seine Bogen vom Pop zum Bop und von der jazzenden Gegenwart bis in experimentelle Sound- und Loop-Architekturen spannte. Ein Künstlerleben voller markanter Wegmarken, aber auch eines, das nach Klarheit in der Pluralität der Möglichkeiten verlangte.

Vor ein paar Jahren begann Muthspiel, sich mehr um seine eigenen Projekte und Ziele zu kümmern, um nicht den Launen und Schwankungen eines von anderen bestimmten Marktes gehorchen zu müssen. Für das Album "Daily Mirror" (2000) hatte er mit Material ein unabhängiges Label ins Leben gerufen, das inzwischen zu einem agilen Forum für improvisierende Musik mit dem Zentrum Österreich herangereift ist. In diese Entwicklung paßt auch sein neues Trio, das sich von der Prominenz der Vergangenheit verabschiedet hat und Muthspiel mit zwei jungen Innsbrucker Jazzbrüdern präsentiert: "Ich war auf der Suche nach einer steady Band, die man nicht immer erst zusammenrufen muss, wenn man spielen will. Es ist zwar toll, mit den ganzen super Leuten zu arbeiten, aber sie haben eben kaum Zeit. Eines Abends bin ich im Porgy (& Bess = Club in Wien – Anm. d. Aut.) auf den Bassisten Matthias Pichler aufmerksam geworden. Ich hab' ihn gefragt, wen er denn am liebsten am Schlagzeug hätte, und er meinte: seinen Zwillingsbruder. Das hat mir gleich imponiert." Man traf sich zur Probe, die Chemie war nicht schlecht, und so wurde beschlossen weiterzumachen. Konzerte standen zunächst im Hintergrund, es ging darum, einen gemeinsamen Sound zu finden, der Muthspiels Vorstellungen entsprach. Das war Tüftelarbeit auf allen Seiten, der Bandleader komponierte, arrangierte, man probierte aus, korrigierte, wagte kleiner Versuchsballons auf regionalen Bühnen. Eineinhalb Jahre lief dieser Prozeß der Komprimierung musikalischer Ideen, bis alle so zufrieden waren, dass sie die Musik auf CD dokumentieren und präsentieren wollten.

So kam es zu "Bright Side" (Material / Harmonia Mundi). Aufgenommen wurde zwei Stunden vor Wien, in einem zum Studio umgebauten Bauernhof und damit quasi in Klausur, unter der Ägide von Roland Baumann, dessen feinem Ohr der Klangästhet Muthspiel seit ein paar Jahren vollkommen vertraut ("Wenn er beim Abhören nicht mitschnippt und an den richtigen Stellen lächelt, stimmt was nicht!"). Heraus kam ein Album, das noch persönlicher als die vorangegangene Solo-CD zusammenfaßt, worum es eigentlich geht. Die Stücke sind nahezu ausnahmslos für das Trio komponiert, sie heißen mal "Dhafer", mal "Mehldau" oder "Shanghai" – nach einigen Quellen der künstlerischen Inspiration, ohne direkt auf diese Bezug nehmen zu müssen. Der Sound ist akustisch, balanciert, basiert auf einer schwebenden Harmonie des Zusammenspiels, die Raum läßt und doch kompakt wirkt. So kann sie Intensität und Emphase entwickeln, ohne sich aufzudrängen – und das Ganze in einer Klang- und Formschönheit, die schon beinahe irritiert. "Bright Side" wird damit zur musikalischen Visitenkarte eines Trios, an dem keiner vorbeikommt, der sich zur Zeit ernsthaft mit kammerjazziger Improvisationskunst beschäftigt.


WELTMEISTERHAND
Wolfgang Muthspiels neues Trio-Projekt:
Zeitlosigkeit im Kammermusik-Format.
PROFIL 12 / 20. März 2006, S.G.

Nach menschlichem Ermessen müsste Wolfgang Muthspiel ein Weltstar sein. Dass ihm dieses Schicksal erspart geblieben ist, hat vor allem zwei Gründe: Muthspiel legt keinen Wert darauf. Und selbst wenn er sich verbissen darum bemühte, bliebe es wahrscheinlich folgenlos, denn die musikalische Lieblichkeit, die erforderlich ist, um es im Jazz von heute zu massiver Breitenwirksamkeit zu bringen (siehe Norah Jones, siehe Jamie Cullumm), geht Muthspiel vollkommen ab. Deshalb ist er "nur" ein Weltmeister.
Der 1965 in Judenburg geborene Gitarrist hat in den vergangenen zehn Jahren neben schlafwandlerischer Musikalität und virtuoser Technik eine schwindelerregende stilistische Bandbreite demonstriert - von akademischen Exerzitien bis hin zu lustvollen Experimenten im Elektronik- und Club-Genre. "Bright Siede", erschienen auf Muthspiels eigenem Label Material Records, ist das erste Album seines neuen Trio-Projekts. Mit den Tiroler Zwillingsbrüdern Matthias und Andreas Pichler (Bass und Schlagzeug) gibt sich Muthspiel dem introvertierten, kammermusikalischen Geist des Jazz hin, frei von jeder geschmäcklerischen Crossover-Tauglichkeit. Hier musiziert einer ganz auf der Höher seiner Weltmeisterschaft.
S. G.