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PAOLO THORSEN-NAGEL

hr2 Kultur (DE) Marz 2013

Subtile Klangmalereien in Pastellfarben: Das Debüt des Gitarristen Paolo Thorsen-Nagel
Seine Band heißt einfach nur "Paolo Thorsen-Nagel Projekt". – Projekt, das hat etwas noch Vorläufiges, noch nicht ganz Fertiges, ein Labor-Zustand, hier gluckert und köchelt es noch in den Apparaturen. Und wer erwartet, dass hier wieder ein neuer frühreifer Guitar-Hurricane seine stupende Virtuosität vorführt, der wird enttäuscht sein. Da ist ein junger Mann – ehrlich gesagt wissen wir noch gar nicht, wie jung er ist – der sich solistisch eher zurückhält, dafür aber vorführt, wie reif ein junger Musiker mit Klangfarben und Moods umgehen kann.

Auf "And On", das ist der Titel seines Debüt-Albums, gibt es eigentlich fast ausschließlich zurückhaltende Moods, keine schrillen Töne, keine Intensitäten, die mit vordergründigen Mustern arbeiten, vielmehr Moods, die in ihrer Reduktion und Zurückhaltung an das Understatement der einstigen Cool Jazzer in den 50er Jahren erinnern. Dabei haben die Sounds von Thorsen-Nagel aber eigentlich nichts Historisches, kennen keine Traditions-Tümelei. Im Gegenteil, sie sind zeitgenössisch und haben etwas von Ambient-Klängen und Minimal Music. Und ehrlich gesagt haben wir genau wegen dieses subtilen und relaxt-reduzierten Ansatzes große Ohren bekommen – Wir sind es nämlich schon gewohnt (und mittlerweile auch etwas müde), wenn die Newcomer kommen und erstmal vorführen müssen, wie viel Druck im Kessel ist und wie viele Töne pro Akkord sie schon improvisatorisch abdrücken können.

Die Koordinaten stimmen bei Paolo Thorsen-Nagel. Das heißt sie sind bestechend. Das Album ist erschienen bei Material Records, dem Album des Wiener Gitarristen Wolfgang Muthspiel. Dass der sich einen Blender in seinen Plattenstall holt, ist eher unwahrscheinlich. Thorsen-Nagels Gitarren-Lehrer waren Peter O'Mara, Karl Ratzer und Martin Scales. Die Sidemen, die sich Thorsen-Nagel für seine ersten Pinselstriche auf CD geholt hat, sprechen eine deutliche Sprache: Pablo Held ist am Piano, Arne Huber am Bass, Daniel Mudrack am Schlagzeug. Der französische Flügelhornist Michel Matthieu garniert butterweich und balladesk die Arrangements und Kompositionen von Thorsen-Nagel, der Weilheimer Johannes Enders, mittlerweile für viele junge Musiker so etwas wie ein "Entwicklungshelfer", ist auf einigen Stücken als Gast-Solist dabei.

Thorson-Nagel ist im oberbayrischen Weilheim, der Garküche für besonders begabte Musiker und Elektroniker (von Notwist bis Enders), geboren. Nach seiner Zeit im LandesJugendJazzOrchester hat es Thorsen-Nagel in die Schweiz nach Basel gezogen. Hier hat er Gitarre und Komposition bei Meistern wie Wolfgang Muthspiel, Fred Frith und Gerry Hemingway studiert. "Auch wenn die Band herausragende Spieler und Individualisten vereinigt", sagt Thorsen-Nagel, "habe ich die Gruppe mit dem Gedanken eines integralen Ensembleklangs zusammengestellt, einem Sound, bei dem das Kollektiv wichtiger ist als die einzelnen Solisten." Nach diesem Satz sollte man annehmen, der junge Gitarrist und Komponist sei ca. Mitte vierzig und bereits seit mindestens 25 Jahren Musiker. Das kann aber nicht der Realität entsprechen. Claus Gnichwitz, der Autor dieser Jazzfacts-Ausgabe, klärt auf – in Gespräch mit Paolo Thorsen-Nagel.

 

 

Gitarre and Bass (DE) 04 2013

Paolo Thorsen-Nagel Projekt: And On.
Raum, Weite, Tiefe - schon was der in der Schweiz lebende Jazz-Gitarrist und seine Mitmusiker hier abliefern.
Reduziertes Schlagzeugspiel, Piano, Kontrabass und tolle Bläserbeiträge u. a. von Johannes Enders (sax) plus die sparsamen Pickings und Licks von Paolo erschaffen melancholische Stimmungen.  Die werden zwar dynamisch durchbrochen durch virtuose Improvisationen, aber nie wirkt hier etwas überladen. Thorsen-Nagels Ton ist clean und etwas sprode, dabei aber stets lebendig und warm, wie überhaupt die Stücke gerade so klingen, als sässe man als Hörer mitten im Proberaum mit dabei.  Tolle und berührende Musik zwischen zeitgenössischem Jazz und Ambient ist hier gelungen, in der zwar weniger mehr bedeutet, aber dennoch auch nach mehrmaligem Hören immer Neues offenbart.