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LISETTE SPINNLER

Diese junge Schweizerin eine Sängerin zu nennen, wäre eine glatte Untertreibung. Lisette Spinnler, die an der Basler Musikhochschule Jazzgesang unterrichtet, beschwört mit lautmalerischen Silbenfolgen zauberhafte Stimmungen, lässt ganz dezent alpenländische Folklore anklingen, kann aber auch wie eine große Jazz-Lady über swingendem Fundament phänomenal phrasieren.
Das begleitende Quartett Siawaloma (Tenorsax, Piano, Bass, Drums) stachelt diese markante Stimme zu größtmöglicher Intensität an. Ein Erlebnis.

Stereoplay (02/2010)

 

Lisette Spinnler ist deshalb eine so besondere Sängerin, weil sie eine «kindliche» Frische, Direktheit, gelegentlich Ausgelassenheit, jedenfalls aber Natürlichkeit mit einem erstaunlichen Raffinement, einer höchst kunstvollen Modulationsfähigkeit verbindet. (…) Im Gegensatz zu den vielen «Chantoussies» der Branche, Glamour-Girls, in deren Rücken die blasseste Rhythmusgruppe die beste ist, versteht sie sich als Kollegin unter Kollegen, als Improvisatorin unter Improvisatoren.

Peter Rüedi, Weltwoche

 

Zwischen den Kulturen "Siawaloma" heißt das neue Album der Basler Jazz- und Weltmusik-Sängerin Lisette Spinnler .

"Wurzeln eines großen Sommerbaumes auf einem Felsen breiten sich in alle Richtungen aus" – dieser Aphorismus des Japaners Kyoshi Takahama steht als Motto über ihrer CD. Die Heimat Schweiz als der Felsen, die Welt als Spielwiese all der Klänge, die sie auslotet – so könnte man die Philosophie der Vokalkünstlerin Lisette Spinnler begreifen, die schon vom Stimmen-Festival und dem Basler Offbeat in der Region bekannt ist.

Studiert hat sie auch in Basel, versicherte sich des Zuspruchs eines George Gruntz, sammelte Preise in Zürich und Montreux, wurde international eine Größe im Jazzgesang. Und behauptet sich neben den nicht wenigen helvetischen Kolleginnen als "vielversprechendste Stimme der Schweiz", wie sie das Magazin Jazz’n’More nannte.

Nun hat die Gepriesene eine neue CD vorgelegt, mit dem Titel "Siawaloma", was zugleich auch der Name ihres Quintetts ist. Der Name klingt nach dem schwarzen Kontinent, und Spinnler bringt in der Tat afrikanisch gefärbte Passagen in ihre Stücke ein. Sie spannt den Bogen jedoch noch viel weiter, sie gehört zu den Vokalistinnen, die sich an keine bestehende Sprache ketten wollen und deshalb eine eigene erfinden.

Mit wendiger, klarer, auch durchaus gewitzter und verschmitzter Stimme findet sie zu einer ganz persönlichen Ausdruckswelt, in die sie auf dem Album mit einem kühnen dramaturgischen Schwung hineingeleitet: "Durban’s Township" ist ein langer Hymnus, in dem ihre vier Begleiter mit ihr unisono zu atmen scheinen. In einem Titel wie "L’Hiver D’Après" reißt einen dann der zackige Scat vom Sitz. Doch die Stücke mit ruhigem Puls überwiegen. So lässt Spinnler den Hörer in "Peace Piece" zuerst mit ruhigen Phrasen, dann mit spirituell aufgeladenen Mantren in komtemplative Kühle absinken, begleitet von Alex Hendriksens bauchigem Sax. Wie ein imaginärer, vielstimmiger Gospel beginnt "You", um sich dann in eine Soul-Jazz-Ballade hinein zu träumen.

"Kothbiro" siedelt in einer kulturellen Zwischen-sphäre: Die minimalistische Begleitung mit präpariertem Piano deutet auf Fernost hin, die gesungenen Laute könnten einer afrikanischen Sprache entstammen – und tatsächlich hat Spinnler hier ein somnambules Stück aus der Feder des Kenianers Ayub Ogada bearbeitet. Eine weitere Afro-Reise unternimmt das Quintett im Titelstück der CD, in dem Colin Vallon sich aus den folklorehaften Themen im Geiste eines Abdullah Ibrahim zu einer komplexen Improvi-sation emporschraubt. Auch im Finale erweist sich Spinnler als multikulturell versiert, trägt eine traurig verschleierte Weise aus der Türkei zu dunklen Flötenklängen vor. Wenn sich Spinnler im coolen "Breeze" aus der Fantasiesprache löst, erschrickt man fast: Doch auch das englisch dahin Gehauchte beherrscht die Baslerin.

Die Regio hat eine starke, reife Stimme hinzugewonnen, und man freut sich, Lisette Spinnler mit ihrer auch gestisch ausdrucksstarken Performance bald wieder auf der Bühne zu sehen.

Badische Zeitung (print + online), (02/2010)

 

 

Eine tolle Neuentdeckung: Lisette Spinnler aus Basel begeistert auf diesem wunderbar stimmigen Album mit schlüssigem Konzept – Stimme als gleichberechtigtes Instrument einer Combo – und betörendem, meist scatartigem Gesang. Dabei beweist die Schweizerin ein seltenes Gespür nicht nur für faszinierend schwerelose Vokallinien, sondern auch für die Lautgestaltung ihrer Phrasen, die sie in einer selbsterfundenen Phantasiesprache intoniert. Dazu gibt’s kammermusikalischen Jazz in bester ECM-Qualität mit atmosphärischen, vor allem afrikanischen Weltmusikanklängen. Brillant ist der Rapport zwischen Spinnlers Stimme und dem samtigen Tenorsax von Alex Hendriksen sowie Colin Vallons perkussivem Pianospiel. Grandios!

gespi, Mannheimer Morgen (02/2010)

 

Eigenständig

Eine neue Stimme in der Szene. Die Baslerin Lisette Spinnler debütiert auf ihrem Album "Siawaloma" mit einer traditionell besetzten Gruppe. Die Besetzung aber ist fast das einzig Traditionelle an dieser CD.

Das Quintett sieht sich als ein freiwilliger Zusammenschluss von eigenwilligen Köpfen, die wissen, dass man gemeinsam mehr erreicht - eine Aussage, die man nahezu als Definition des Jazz stehen lassen könnte. Und so orientiert sich "Siawaloma" gelegentlich an Modellen der Weltmusik, knüpft aber ebenso an Pharaoh Sanders' ekstatische Auslegung des Coltrane-Erbes an oder an Jeanne Lees frei Vokalisen der 1960er und 1970er Jahre. Die Erinnerung gerade an Lee liegt nahe, war sie doch Lehrerin von Susanne Abbuehl, die wiederum an der Musik-hochschule Basel als Spinnlers Lehrerin wirkte. Und auch Abbuehls zwei origenelle Platten für ECM waren sicher ein Modell für diese Gruppe.

Doch das Quintett hat sich über seine Vorbilder erhoben und musiziert sehr eigenständig, dabei auf sichere Bahnen gebracht von einer hochklassigen Rhythmusgruppe, in der vor allem Schlagzeuger Michi Stulz brilliert. Über dieser sicheren improvisatorischen Basis setzt die Arbeit Spinnlers ein, die die CD auch produziert hat. Durch gelegentliche Overdubs nimmt sie dem Material alles Beiläufige, gibt ihm solide Form, ohne es zu überladen. Besonders gelungen ist das auf dem Stück "Kothbiro", dem Anspieltipp auf dieser CD.

Stephan Richter, Fono Forum (03/2010)

 

Lisette Spinnler brachte mit ihrem Quintett Siawaloma zwar afrikanisch getönte Passagen auf die Bühne, spannte den Bogen jedoch viel weiter. Die grösste Trumpfkarte der quirligen Frau mit der wendigen, klaren Stimme ist ihr Vermögen, ungewöhnlichen Scatgesang zu zaubern. Verspielt produziert sie Vokallinien in einer scheinbar imaginären Sprache, untermalt sie mit flatternder Hand, gleitet aber auch ins Gesprochene rüber, haucht, schnalzt. Die Band folgt ihr durch Standards wie Hancocks «Maiden Voyage» und Dave Hollands «Mazad», zaubert in einem türkischen Volkslied eine weitgeschwungene, von Flöte durchwirkte Dramaturgie. Spinnlers Afrika-Adaption ist eher unterschwellig zu spüren – in fiebrigen Bassriffs oder meditativ-verträumtem Nachzeichnen einer Landschaft.

Stefan Franzen, Basler Zeitung (05/2009)