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Wolfgang Muthspiel 4tet – Earth Mountain – material records MRE 021.2

Wer “Elegy” hört und immer noch nicht begriffen, warum es völlig richtig ist, wenn ihn seine österreichischen Kritiker einen “Ausnahme-Gitarristen” nennen, dem ist nicht mehr zu helfen. Wolfgang Muthspiel stellt sich neu zum Quartett formiert mit dem Schweizer Pianisten Jean-Paul Brodbeck und den Pichler-Brüdern Matthias, b, und Andreas, dr, auf dieser neuen CD vor, und von Stück zu Stück, neun an der Zahl, werden Offenbarungen wahr. Mir scheint, dass Wolfgang in seinem musikalischen Genius nie leichter erkennbar war als jetzt, eben in „Elegy“, übrigens dem einzigen Titel, der nicht von ihm ist, sondern von Brodbeck. Wer Jazzgitarre liebt, wird entzückt sein bis ins Tiefste der Seele; wer „nur“ Jazz liebt, zeitgenössischen, hochkultivierten Jazz, der wird begeistert sein, ergriffen, mitgerissen, zutiefst betrübt und hellauf jauchzend, quer durch das ganze Spektrum an Stimmungen, die dieses Traumquartett heraufbeschwört.

Es gibt die intrikaten Themen wie im Starttitel „Jackson’s pocket“, die so typisch sind für diesen so kreativen wie disziplinierten Gitarristen. Und es gibt, wie im Schlusstitel „Steps“, immer wieder das Spiel mit der raffinierten auditiven Täuschung, die das Schwierige ach so leicht erscheinen lässt. „Jackson’s pocket“ geht mit enormen punch an den Start, druckvoll, fast erdig. Und Brodbecks Piano und Keyboards klingen mal wie eine Bläsersektion, mal wie eine zweite – elektrische – Gitarre, mal wie ein Orchester, Letzteres wie im Titelstück „Earth mountain“, in dem Muthspiel einmal verzerrt spielt über den Keyboards, aber dennoch dem Stück, das wirkt wie aus der Zeit mit ihren Anfängen und Schlüssen herausgetrennt, fast oratorische Intensität verleihen kann. Und „Steps“ ist eigentlich eine leise Hymne für den Bass, der genau das herausschält, das sich sonst auch, wie anspruchsvoll auch immer, in Wolfgangs Improvisationen findet: das Melodiöse. Fans Muthspiels sei „East“ empfohlen mit seiner langen, auf verstärkter Akustikgitarre gespielten Intro, die wunderbar sanft ins Trio hineingeleitet.

 

 

 


Dies ist Wolfgang Muthspiels Platte, ein Triumph der Klugheit, der außerordentlich hohen musikalischen Intensität, der zu widerstehen unmöglich ist, und der Schönheit in Musik und Gitarrespiel, als sei ihr Wesen im innersten Kern erkannt und menschenmöglich gemacht. Es gibt in Europa nichts Ebenbürtiges auf dem Sektor, für den der Österreicher steht. Dies ist die Platte der Band, eines bestechend homogenen Klangkörpers, aus dem sich immer wieder hinreißende Dialoge, zwischen beiden Solisten herauskristallisieren. Dies ist die Platte der Eleganz, des superben Stils und des modernen Jazz, der allezeit Gültigkeit behält. Dies ist die Platte außergewöhnlicher Kreativität und hochkultivierter Musikalität. Nennen wir sie einfach jetzt schon die „Platte des Jahres“. Alexander Schmitz