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real book stories

Jazzpodium 5/2002

So ist es mit den Real-Book-Standards: Wessen Name als Jazzmusiker für eine zeitgenössische Haltung stehen soll, wird es eher vermeiden, die alten Songs auf Konzerten und CDs zu interpretieren. Gerade Wolfgang Muthspiel, der von sich sagt, eben nicht mit Ellington, sondern mit Mozart aufgewachsen zu sein und sich – so wie man ihn kennt – für gewöhnlich anderem musikalischen Material widmet, ist ein solcher Musiker, von dem man eine Real-Book-Plattensession nicht erwartet hätte. Und doch waren die alten Standards offenkundig immer Teil seiner jazzmusikalischen Arbeit, er spielte sie für sich, für Studiozwecke – nicht für sein Publikum. Unterschwellig waren sie immer da, mit welchen Anteilen und Konsequenzen für seine Musik, sei dahin gestellt. Da ist es nur schlüssig, die einzelnen Titel im Booklet mit autobiografischen Kurzbemerkungen zu versehen, welche Muthspiels Motive der Liedauswahl verständlich machen und, generalisiert man sie, illustrieren, welche prägende und praktische Bedeutung den Real-Book-Stücken zukommt. Die Auswahl dürfte repräsentativ sein für sehr viele JazzerInnen der Generation Muthspiels. Und nun hat Muthspiel sie ins Zentrum einer Produktion gestellt, sie kurzweilig-knapp eingespielt, mit seinen erklärten Idealpartnern für dieses Projekt: Mit Marc Johnson am Kontrabaß und Brian Blade am Schlagzeug.

Herausgekommen ist Triokunst voll Dynamik und Einfallsreichtum. Statt die jeweilige Melodie breitzutreten, taucht diese meist nur in minimaler, hinreichender Form auf. Die von den Triopartnern dem gemeinsamen Spiel zu Grunde gelegten Songs dienen vielmehr als mehrere "kleine", verbindende Ideensysteme, deren ursprüngliche oder im Real Book (dem Liederbuch der JazzerInnen) notierte Formen sich gar nicht zur Gänze im Spiel manifestieren müssen. Sie sind irgendwie vorhanden, die Lieder. Man würde merken, wenn sie nicht da wären oder wenn es andere wären. Die aufwendige, fotobuchartige Verpackung der CD und die voll tönende, klare Aufnahmequalität der Songs runden die an sich schon vorhandene Gereiftheit und Staunen machende Eleganz der Musik des Trios ab. Geschmackvoller und informierter als Muthspiel, Johnson und Blade es tun, kann man sich dem Real Book dieser Tage wohl kaum widmen.
Ein Meisterwerk.

Peter Stegmaier

 

 

STUTTGARTER ZEITUNG

So überrascht das famose Trio-Album des Gitarristen Wolfgang Muthspiel durch seine sensible Annäherung an und intime Interpretationen von Jazz-Standards von Miles Davis oder Horace Silver. Hier kann man auch eine wunderbar zurückgenommene, introspektive und dennoch swingende Interpretation der integralen John-Coltrane-Komposition “Giant Steps” entdecken!
Muthspiel, der über eine klassische Konservatoriumsausbildung verfügt, nähert sich den Standards als jemand, für den sie von Hause aus keine Standards waren – es handelt sich gewissermassen um ein konzentriertes Gespräch über Standards.

Ulrich Kriest