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GOODRICK / MUTHSPIEL

"Live at the Jazz Standard"

Die Beziehung zwischen Mick Goodrick und Wolfgang Muthspiel begann mit einer Aufnahme, die der damals 20-jährige zum Gitarrenguru nach Boston schickte, um bei ihm studieren zu dürfen. Goodrick verschaffte Muthspiel ein Stipendium am New England Conservatory in Boston und Muthspiel flog also zum ersten Mal über den Atlantik, um dort zu studieren.

Goodrick ist vielleicht der wichtigste Lehrer auf dem Gebiet der Jazzgitarre, zu seinen Schülern zählen Pat Metheny, John Scofield, Bill Frisell und viele andere. Seine Bücher über die Möglichkeiten auf der Gitarre sind die besten, und sein Wissen über das Griffbrett und dessen Tücken ist legendär. Nach einem Jahr Unterricht begannen die beiden Duos zu spielen und traten regelmäßig in Boston auf. „Das Duo mit Mick war von Anfang an etwas sehr Spezifisches”, sagt Muthspiel, „etwas wie eine gemeinsame Recherche in Echt-zeit über die harmonischen und rhythmischen Möglichkeiten des jeweiligen Stückes. Die übliche Rollenzuordnung zwischen Begleiter und Solist war von Beginn an aufgelöst, und unsere Linien und Akkorde haben sich immer verzahnt und verschmolzen.“

Goodrick wurde vom Lehrer Muthspiels zum Unterstützer. Einer seiner Sätze über den damals jungen Österreicher lautete: „Ich habe die Vergangenheit der Jazzgitarre kennen gelernt, und jetzt kenne ich auch die Zukunft.“

Muthspiel widmete seine erste Einspielung unter eigenem Namen Goodrick, ein Solostück für Gitarre trägt den Titel „To Mick“ und in vielen Interviews ist zu lesen, welchen Stellenwert Mick Goodrick für ihn hat. „Mick war mein idealer Lehrer und ich war sein idealer Schüler, ein Glücksfall. Was mich besonders beeindruckt hat, war, wie schnell Mick unsere Dynamik veränderte, nachdem ich ein Jahr bei ihm Student gewesen war. Er zog den „Lehrer“ komplett zurück und war einfach mein Duopartner, und er empfahl mich vielen Kollegen, mit denen ich später musizierte, unter anderem Gary Burton und Paul Motian.“

Die vorliegende Aufnahme ist kein Zusammen-schnitt von mehreren Konzerten, sondern 45 von insgesamt 90 Minuten eines einzigen Gastspiels im New Yorker Jazzclub „Jazz Standard“, welches im Rahmen des New York Guitar Festivals im Dezember 2008 stattfand. „Diese Aufnahme war für mich überfällig“, sagt Muthspiel, „ich freue mich, dass sie unser Duo so abbildet, wie es ist, mit seiner eigenartigen, hermetischen und esoterischen Schönheit. Es gab zwar schon vor Jahrzehnten musikalisch gute Mitschnitte, die uns aber klanglich nicht befriedigt hatten. Nun ist es endlich soweit.“

 

 

Liner notes

Mick Goodrick und Wolfgang Muthspiel haben uns eine Landkarte der Gitarrenwelt geschenkt.

Das Gitarrengriffbrett ist verwirrendes Terrain. Anders als bei der Klaviertastatur mit ihrer absoluten Logik hat das Griffbrett der Gitarre eine eigene und einzigartige Geometrie. Wenn man also die Möglichkeiten der Gitarre erforschen will, muss man darauf gefasst sein, wieder und wieder in eine der vielen Sackgassen auf diesem Griffbrett einzubiegen. Akkorde und Skalen, die am Klavier leicht realisierbar sind, gestalten sich als schwierig oder unmöglich, dafür lauern andere Möglichkeiten im Irrgarten der Griffmuster, vorausgesetzt man ist gewillt seine linke Hand in
unmögliche Stellungen zu verrenken.

Diese Aufnahme ermöglicht uns einen Einblick in die Speerspitze der Möglichkeiten, die am Gitarrenhals warten. Niemand hat sich mit diesem Instrument so furchtlos und konsequent aus-einandergesetzt wie Mick Goodrick und niemand hat das was Mick gelernt und gelehrt hat, so weiterentwickelt wie Wolfgang. Es ist evident, dass die beiden Freude aneinander haben, und diese Freude teilt sich uns auf dieser Aufnahme mit. Sie haben auf die Bühne ihr ganzes Wissen mitge-nommen und dann, Gott sei Dank, haben sie das alles wieder hinter sich gelassen. Das Resultat ist Musik für vier Hände der allerersten Qualität.

Steve Swallow