LOGOS
Eine Komposition von Wolfgang Muthspiel
Nach Texten aus der Bibel, dem Koran, und den Schriften islamischer und
christlicher Mystiker
Mit
Rebekka Bakken, Gesang
Dhafer Youssef, Gesang, Oud
Markus Stockhausen, Trompete, Flügelhorn, electronics
Tara Bouman,Bassklarinette
Wolfgang Muthspiel, Gitarren, electronics
Karl Schüller, Ton
Das Wort ist der thematische Ausgangspunkt der Komposition LOGOS. Am
Beginn des Johannesevangeliums ist das Wort Gott. Der Koran wiederum ist
Wort gewordene Mitteilung Gottes.
Der Klang des Wortes ist schon Musik, in seiner Schwingung, seinem Rhythmus
ist es ganz Mitteilung, noch bevor sein Sinn verstanden wird. Von hier ist
es ein naheliegender Schritt zur Komposition.
Dieses Stück wurde für eine spezifische Raumakustik (der Stiftskirche
Zwettl) und für fünf MusikerInnen komponiert, die einen grossen Teil ihres
Lebens dem Abenteuer des Klanges widmen. Der Kompositionsauftrag wurde vom
Orgelfest Stift Zwettl erteilt. In der langen Phase des Einlesens und der
Textauswahl waren für mich Gespräche mit Pater Petrus Gratzl und Andreas
Bsteh von grosser Bedeutung.
Wolfgang Muthspiel
Auszüge aus LOGOS:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Der, der das Wort ist, war im Anfang bei Gott. Durch ihn ist alles
entstanden, nichts ist ohne ihn entstanden. In ihm war das Leben, und das
Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht erfasst.
1 Joh1, 1-5
Und wenn das, was es auf der Erde an Bäumen gibt, Schreibrohre wären, und
das Meer als Tinte bereits einmal leer gemacht worden wäre und noch sieben
weitere Meere dazu erhielte, würden die Worte Gottes nicht zu Ende gehen.
(Koran 31, 27)
O Gott! Was Du mir von der Welt geben willst, gib es Deinen Feinden.
Und was Du mir im Himmel geben willst, gib es Deinen Freunden.
Denn Du selber genügst mir!
Rabi¹a al-`Adawiyya, Gebet, 8.Jhdt. nach Christi
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