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Joris Roelofs, "introducing Joris Roelofs" (MRE023-2)

Hübsch
Roelofs, Joris: Introducing Joris Roelofs

Und wo wir gerade bei heimischen Labels sind: Audiatur et altera pars! Hören wir doch auch etwas von anderer Seite, zum Beispiel von Wolfgang Muthspiels Label "material records", auf dem der 24-jährige Joris Roelofs ein glückliches Debüt hinlegt. "Introducing Joris Roelofs" zeigt einen flexiblen Saxofonisten in wechselnden Stil-Umwelten – vom Swing zum Bop, vom modalen Jazz zum funky Groove –, doch auch einige Konstanten: Hörbar an der Lyrik eines Paul Desmond
geschult, drosselt der Franzose seine Verve zugunsten prägnanter Klangspenden. Ein graziles, bisweilen gefälliges, jedenfalls aber verheißungsvolles Debüt.

Wiener Zeitung (Christoph Irrgeher), 12/2008
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Die Audiophile

Einer der Großen von morgen


Wie die Alten formt Saxofonist und Klarinettist Roelofs jeden Ton, anderseits lässt der 24jährige Franzose die seinem Alter entsprechende Frische spüren. Er stößt keck ins Instrument, und während der Ton einschwingt, gewinnt er an Volumen, bevor sich beim Ausklingen das Klangspektrum verändert. Roelofs lässt es nicht bei virtuosen Läufen bewenden, er setzt auf Gefühl und Charakter. So genügt ihm in „Four Winds“ Schlagzeuger Ari Hoenig als Partner, „Skylark“ interpretiert er als Ballade für Altsax und Kontrabass. Sonst bietet ihm eine agile Rhythmusgruppe die Basis für ausdruckstarke Melodien. Dies fängt der New Yorker Tonmeister Peter Karl sensibel ein, ohne in die Falle übertriebener Präsenz zu tappen, indem er Atem- und Ansatzgeräusche überbetonen würde. Das Panorama trägt Roelofs Solistenrolle Rechnung, hebt ihn gegenüber der klar abgebildeten Band oder seinen Partnern dezent, aber effektiv hervor. Ein phänomenales Debüt!

Stereoplay (Hans Sterner), 10/2008

 




Obgleich der aus Frankreich gebürtige Saxofonist und Klarinettist schon einige Jahre im Vienna Art Orchestra absolviert hat, ist der Entdeckergestus, mit dem er hier „vorgestellt“ wird, nicht unberechtigt: Der 24-Jährige ist ein stupender Instrumentalist, der riskante und exponierte Situationen nachgerade sucht (Duos mit Schlagzeug!), sich aber auch in ein tolles Ensemble einzufügen weiß, dass ein dichtes, aber dennoch klar konturiertes Zusammenspiel pflegt. In raffinierter Stop-and-Go-Dramaturgie und mit wohldosiertem Punch wird der Geist des Westcoast-Jazz eines Lee Konitz und der Tristano-Schule mit groovender Bodenhaftung ausgestattet. Sehr beachtlich!

Falter (Klaus Nüchtern), 8.10.2008
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